2. Bundesliga Aufstiegsrennen 2025/26: Wer schafft den Sprung in die Bundesliga?

Von Redaktion BLiga

Die 2. Bundesliga ist in der Saison 2025/26 das, was sie fast immer ist: eine der spannendsten und unberechenbarsten zweiten Ligen Europas. Mit einer Mischung aus traditionsreichen Klubs, ambitionierten Aufsteigern und Absteigern, die sofort zurück in die Bundesliga wollen, bietet die Zweite Liga ein Wettbewerbsumfeld, das dem der ersten Liga in nichts nachsteht.

Nach 22 Spieltagen zeichnet sich ein Dreikampf an der Spitze ab, während der Kampf um den Relegationsplatz fast ebenso intensiv ist. Wir analysieren die Ausgangslage, die Schlüsselmannschaften und die entscheidenden Faktoren im Aufstiegsrennen.

Die Ausgangslage nach Spieltag 22

Die Tabelle der 2. Bundesliga zeigt nach 22 Spieltagen ein klares Bild an der Spitze: Hamburger SV, Schalke 04 und Hannover 96 kämpfen um die direkten Aufstiegsplätze. Der SV Elversberg, der in den letzten Jahren den Aufstieg in die 2. Liga geschafft hat, und der FC Kaiserslautern komplettieren die Spitzengruppe.

Tabellenführer: Hamburger SV

Der HSV — seit 2018 in der zweiten Liga und seitdem regelmäßig als Aufstiegskandidat gehandelt — scheint in dieser Saison endlich den nächsten Schritt zu machen. Trainer Steffen Baumgart, der den Verein im Sommer 2024 übernahm, hat eine Mannschaft geformt, die stabiler ist als alle HSV-Teams der letzten Jahre.

Mit 44 Punkten nach 22 Spieltagen führt der HSV die Tabelle an und hat einen Fünf-Punkte-Puffer auf den dritten Platz. Das Schlüssel ist die defensive Stabilität: Nur 22 Gegentore in 22 Spielen sind der beste Wert der Liga — und die Grundlage für eine ernsthafte Aufstiegsambitionen.

Stärken des HSV:

  • Defensive Kompaktheit (Liga-Bestwert)
  • Erfahrung und Kadertiefe
  • Stark besetzter Mittelfeldzentrum
  • Spielerfahrung aus vielen 2-Liga-Jahren

Schwächen:

  • Abhängigkeit von Einzelspielern im Angriff
  • Auswärtsschwäche in schwierigen Begegnungen
  • Mentale Drucksituationen — historisch die größte Hürde

Konkurrent 1: FC Schalke 04

Schalke, nach dem bitteren Abstieg aus der Bundesliga 2023 und einem weiteren turbulenten Jahr in der 2. Liga, hat sich unter neuem Trainer stabilisiert. Mit 40 Punkten auf Rang zwei ist Schalke ernsthafter Titelkonkurrent.

Das Besondere an Schalke in dieser Saison ist die offensive Qualität. Mit 52 Toren in 22 Spielen stellen sie die gefährlichste Offensive der Liga. Breel Embolo — nein, nicht der Schweizer Nationalspieler, sondern Schalkes eigener torgefährlicher Angreifer dieser Saison — ist der Motor im Angriff.

Schalke zeigt in dieser Saison das, was Aufstiegsmannschaften ausmacht: Sie gewinnen enge Spiele. Von sieben Spielen, die mit einem Tor Unterschied ausgingen, hat Schalke fünf gewonnen. Diese Fähigkeit, in engen Situationen die Nerven zu behalten, könnte entscheidend sein.

Konkurrent 2: Hannover 96

Hannover 96, ein weiterer Traditionsklub, der in der 2. Liga feststeckt, zeigt in dieser Saison eine ermutigende Entwicklung. Mit 39 Punkten auf Rang drei ist der Verein aus Niedersachsen ebenfalls im Aufstiegsrennen.

Hannover überzeugt durch eine ausgeglichene Spielweise: weder die beste Offensive noch die beste Defensive der Liga, aber eine solide Balance. Trainer Stefan Leitl, der die Mannschaft seit einem Jahr betreut, hat eine taktisch flexible Einheit geformt, die sich auf jeden Gegner einstellen kann.

Das größte Asset Hannovers ist die Breite des Kaders. In einer Saison, die Verletzungen und Sperren unvermeidlich macht, hat die Fähigkeit zur Rotation ohne Qualitätsverlust Hannover durch schwierige Phasen getragen.

Das Relegationsrennen: Platz drei als Chance

Platz drei in der 2. Bundesliga bedeutet Relegation: Zwei Spiele gegen den 16. der Bundesliga um den letzten Aufstiegsplatz. Historisch ist die Relegation ein Gleichgewicht — Bundesligisten gewinnen häufiger, aber Zweitligisten haben in den letzten Jahren auch Siege eingefahren.

Aktuell kämpfen SV Elversberg, FC Kaiserslautern und der 1. FC Nürnberg um den dritten Platz. Der Abstand zwischen Rang drei und vier beträgt nur zwei Punkte — ein spannungsgeladener Wettkampf, der sich bis in die letzten Spieltage ziehen könnte.

Elversberg: Der Überraschungskandidat

Der SV Elversberg aus dem Saarland ist das Sinnbild moderner Fußballentwicklung in Deutschland. In wenigen Jahren vom Amateurkicker zum Bundesligaaspirant — die Geschichte Elversbergs ist eine der bemerkenswertesten im deutschen Fußball.

Elversbergs Stärke liegt im strukturierten Aufbau und dem klugen Einsatz von Daten: Der Verein gilt als Pionier bei der Anwendung von Fußballanalyse im Trainings- und Scouting-Prozess. Junge, günstig eingekaufte Spieler werden in kurzer Zeit zu Leistungsträgern entwickelt.

Mit 37 Punkten auf Rang vier kämpft Elversberg um die Relegation — und wäre gegen einen Bundesligisten bei weitem nicht chancenlos.

Schlüsselspiele im Aufstiegsrennen

Die verbleibenden Spieltage enthalten mehrere direkte Duelle zwischen den Spitzenteams, die über das Aufstiegsrennen entscheiden werden:

HSV gegen Schalke (Spieltag 28): Das wohl wichtigste Spiel der verbleibenden Saison. Beide Teams treffen aufeinander, wenn die Platzierungen noch offen sein könnten. Ein Sieg für den HSV würde den Aufstieg deutlich näher bringen, ein Schalke-Sieg würde das Rennen wieder öffnen.

Hannover gegen Elversberg (Spieltag 25): Ein Sechs-Punkte-Spiel im direkten Kampf um Rang drei versus vier. Hannover muss gewinnen, um den Relegationsplatz zu sichern, Elversberg braucht den Sieg zum Aufholen.

Schalke gegen Hannover (Spieltag 30): Zum Saisonende könnten beide Teams noch um Rang zwei kämpfen — mit direkter Auswirkung auf die Aufstiegsfrage.

Taktische Profile der Spitzenteams

HSV: Kompakt und effektiv

Baumgarts Hamburger spielen ein pragmatisches 4-4-2, das in der Defensive auf eine flache Viererkette setzt und im Mittelfeld viel Laufarbeit abverlangt. Das Team presst hoch, schaltet schnell um und ist bei Standards gefährlich.

Besonders auffällig ist die taktische Disziplin der Hamburger. Unter früheren Trainern waren Disziplinlosigkeiten ein Problem — diese Saison hat der HSV deutlich weniger Gelbe und Rote Karten als im Ligadurchschnitt. Das spiegelt eine neue Reife wider.

Schalke: Offensiv-Fußball mit Substanz

Schalkes Spielweise unter dem aktuellen Trainer ist deutlich offensiver als in der Vorsaison. Ein 3-4-3 oder 4-2-3-1 je nach Gegner, mit hohem Pressing und schnellen Kombinationen durch die Mitte. Das ist riskant — erklärt aber sowohl die vielen Tore als auch die vergleichsweise hohe Gegentorzahl.

Hannover: Flexibel und ausgewogen

Leitls Hannover ist das taktisch flexibelste Team des Trios. Je nach Gegner wechseln die 96er zwischen 4-3-3 und 3-5-2, können sowohl kontrolliert spielen als auch konterieren. Diese Vielseitigkeit macht sie schwer einzuschätzen und schwer zu besiegen.

Blick auf die Abstiegszone

Während das Aufstiegsrennen die Aufmerksamkeit dominiert, kämpft die untere Hälfte der Tabelle mit ähnlicher Intensität gegen den Abstieg. Klubs wie Braunschweig, Kaiserslautern (wenn sie nicht mehr oben angreifen) und einige andere sind gefährdet.

Der Abstieg aus der 2. in die 3. Liga ist für Traditionsklubs eine ernste Bedrohung: Fanverlust, Sponsorenschwund und die Schwierigkeit, gute Spieler zu halten, können den Abstieg zu einem mehrjährigen Problem machen.

Vergleich mit der 1. Bundesliga

Das Aufstiegsrennen in der 2. Liga ist direkt verbunden mit dem, was in der Bundesliga passiert . Die drei Aufsteiger müssen sich in der Bundesliga sofort behaupten — eine enorme Herausforderung.

Historisch zeigt sich, dass der Aufsteiger mit der stärksten Defensive und dem besten Auswärtsbilanz in der 2. Liga am besten für die Bundesliga gewappnet ist. Das wäre in dieser Saison der HSV — was für ihre Erstligachancen spricht.

Was die künftigen Torjäger der Liga angeht: Einige der Spieler, die jetzt in der 2. Bundesliga aufstiegsrelevant sind, könnten bald in der Torjägerliste der Bundesliga auftauchen.

Prognose: Wer steigt auf?

Basierend auf der aktuellen Formkurve, dem Restprogramm und der taktischen Analyse:

Direktaufsteiger (Prognose):

  1. Hamburger SV — der Kader ist reif, die Defensive top, und der Druck wird dieses Mal nicht zur Lähmung führen
  2. FC Schalke 04 — die offensive Stärke überwiegt die defensive Instabilität; zu viel Qualität für die 2. Liga

Relegationsplatz: 3. Hannover 96 — hauchdünn vor Elversberg; die Erfahrung von Trainer Leitl gibt den Ausschlag

Außenseiter: SV Elversberg hat die Qualität für einen Überraschungsaufstieg, ist aber auf ein HSV- oder Schalke-Ausrutscher angewiesen.

Fazit: Eine Liga, die keine Langeweile kennt

Die 2. Bundesliga 2025/26 ist ein Musterbeispiel für das, was deutschen Fußball besonders macht: Tradition und Neuheit, Profis und Aufsteiger, kalkulierter Fußball und pure Leidenschaft. Das Aufstiegsrennen ist offen, und die entscheidenden Spieltage versprechen Dramatik.

Wer in den kommenden Wochen die Spieltag-Analysen der 1. Bundesliga verfolgt, sollte auch einen Blick in die zweite Liga werfen — denn die Protagonisten des Aufstiegsrennens werden die Bundesliga der Zukunft prägen.